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Geldtipp 8 - Die richtige Bank für Sie
Für die Wahl der Hausbank, also der Bank, bei der Sie Ihr Gehaltskonto bzw. Girokonto führen, kann es vielerlei verschiedene Gründe geben. Dazu gehören z.B. die Konditionen der Bank, die Nähe zur Wohnung oder zum Arbeitsplatz, also die Möglichkeit, schnell und problemlos eine Filiale aufsuchen zu können oder einen Geldautomaten zu erreichen. Besonders auf dem Land gibt es häufig nur ein oder zwei Filialen vor Ort, meist der Sparkasse oder einer Genossenschaftsbank, so daß kaum eine Auswahlmöglichkeit bestand. Nicht selten war es auch einfach nur Zufall, daß die Wahl auf diese und nicht eine andere Bank fiel.

Der Hinweis, daß es letztlich keine besondere Rolle spielt, wo das Konto geführt wird, da sich die Banken im großen und ganzen nicht so sehr voneinander unterscheiden, sondern daß es viel entscheidender ist, wie man selbst mit dem eigenen Konto umgeht, ist durchaus nicht unberechtigt. Nimmt man äußerliche Kriterien, ist der deutlichste Unterschied, im Alltag und für diejenigen, die gerne persönlich in die Bankfiliale gehen, sicherlich die Filialdichte, womit, ganz besonders auf dem Land, die Sparkassen und die Genossenschaftsbanken in diesem Punkt die Nase vorn haben.

Unser Bankensystem besteht, soweit es den Endverbraucher anbelangt, aus drei großen Bereichen:

- Die Sparkassen, die bundesweit und auch auf dem Land überall vertreten sind. Auch wenn die Staatshaftung im Jahre 2005 durch EU-Vorschriften entfallen ist, hier also nicht mehr die Kommune bzw. der Landkreis für die Einlagen haften, so kann man doch immer noch festellen, daß die staatliche Einflußnahme groß ist und und auch bedingt durch die lokale bzw. regionale Orientierung der Sparkassen diese als besonders solide gelten können.

- Die Genossenschaftsbanken sind ähnlich wie die Sparkassen lokal und regional orientiert. Ihr herausragendes Kennzeichen ist die Trägerschaft durch Genossenschaftsmitglieder, was in der Praxis bedeutet, daß die Kunden einer Genossenschaftsbank häufig auch Genossenschaftsmitglieder und damit die Kapitalgeber der Genossenschaftsbank sind.
Der Bereich der Genossenschaftsbanken läßt sich unterteilen in die Volksbanken, die Raiffeisenbanken und eine ganze Reihe weiterer genossenschaftlich organisierter Institute, die z.T. nur regionale Bedeutung haben oder nur einem bestimmten Kundenkreis zur Verfügung stehen.

- Die Privatbanken unterscheiden sich von den anderen beiden Bereichen vor allem dadurch, daß diese besonders gewinnorientiert sind und ihre Gewinne in der Regel an Aktionäre ausschütten. Vor allem auf dem Land sind die Privatbannken wenig mit Filialen vertreten. Viele der sogenannten Online-Banken gehören zum Bereich der Privatbanken.

Aus unserer Sicht sollten Sie bei der Wahl Ihrer Hausbank die Genossenschaftsbanken bevorzugen. Hierfür sprechen mehrere Argumente, die überwiegend nicht direkt mit dem Leistungsspektrum der Genossenschaftsbanken oder deren konkreten Konditionen zu tun haben.

- Auch Genossenschaftsbanken müssen Gewinne machen, aber eben nicht um jeden Preis. Die Gewinne müssen entweder in die Genossenschaftsbank reinvestiert werden oder sie müssen an die Genossenschaftsmitglieder, weit überwiegend also an die Kunden der Genossenschaftsbank, als Dividende ausgeschüttet werden.

- Über das Tun und Lassen einer Genossenschaftsbank entscheiden die Genossenschaftsmitglieder, die in der Mitgliederversammlung je eine Stimme haben, unabhängig davon, wie viele Genossenschaftsanteile ein Genossenschaftsmitglied besitzt. Als Kunde und Genossenschaftsmitglied einer Genossenschaftsbank haben Sie also ein Mitspracherecht. Je kleiner die Genossenschaftsbank ist, um so größer ist Ihr Einfluß. Hier liegt der vielleicht wesentlichste Unterschied zu den Privatbanken, bei denen Sie als Aktionär zwar auch mitentscheiden können, bei denen aber die Anzahl der Aktien, die Sie besitzen, für Ihr Stimmrecht entscheidend ist. Anders ist es auch bei den Sparkassen, denn dort haben Sie kein Mitspracherecht.

- Sie erhalten als Genossenschaftsmitglied aus den Gewinnen der Genossenschaft eine Dividende. Diese Dividenden sind bei vielen Genossenschaftsbanken überdurchschnittlich hoch. Falls die Genossenschaftsbank bei Ihnen am Ort bei den Kontoführungsgebühren vielleicht nicht der günstigste Amnbieter ist, kann dies oft durch die Dividenden, die Sie erhalten können, kompensiert werden.

- Die allermeisten Genossenschaftsbanken sind lokal oder allenfalls regional orientiert. Dies ist an sich positiv, denn eigentliche Aufgabe einer Bank sollte es sein, der lokalen und regionalen Wirtschaft und auch den Privatpersonen als Partner zur Verfügung zu stehen. Aufgabe einer Bank sollte es nicht sein, in einem globalen Finanzcasino ein großes Rad zu drehen.

Wenn man so möchte, sind die Argumente, die für die Genossenschaftsbanken sprechen, also eher politischer Natur. Bedenken Sie dabei, daß die Genossenschaftsbewegung im 19. Jahrhundert als Selbsthilfeeinrichtung der Arbeiterschaft und der einfacheren Stände der Bevölkerung begann und auch heute noch nichts von Ihrer Daseinsberechtigung verloren hat. Im Gegenteil. Die Finanzkrise, die im Jahre 2008 begann, zeigt sehr deutlich, daß es Sinn macht, daß Sie für Ihre Geldgeschäfte eine Bank nutzen, die nicht Teil der internationalen Strukturen sein will, die Milliardenbeträge vernichtet haben und zu einer Bedrohung für die Realwirtschaft und ganze Volkswirtschaften geworden sind.

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